====== LU05c – Accessibility Basics (A11y) ======
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**Weiterführende Informationen:** Dieser Block stützt sich auf den Google-Kurs [[https://web.dev/learn/accessibility|web.dev – Learn Accessibility]].
===== Was ist Accessibility (A11y)? =====
**Accessibility** (Barrierefreiheit, abgekürzt **a11y** – «a», 11 Buchstaben, «y») bedeutet: Websites und Apps so gestalten, dass Menschen mit Beeinträchtigungen sie gleichwertig nutzen können.
Laut WHO haben über **15 % der Weltbevölkerung** – rund 1,3 Milliarden Menschen – eine Beeinträchtigung. Dazu gehören:
* **Sehbeeinträchtigungen** – Blindheit, Sehschwäche, Farbenblindheit
* **Motorische Einschränkungen** – kein Maus-Einsatz, nur Tastatur oder Spracheingabe
* **Kognitive Einschränkungen** – Leseschwäche, ADHS, Konzentrationsschwierigkeiten
* **Hörbeeinträchtigungen** – relevant besonders für Audio- und Video-Inhalte
Eine schlecht zugängliche Website kann für jemanden, der einen Screenreader benutzt, komplett unbenutzbar sein – genau wie eine fehlende Rampe jemanden im Rollstuhl ausschliesst.
==== Warum ist A11y wichtig? ====
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Barrierefreiheit ist kein «Nice-to-have» mehr – sie ist aus drei Gründen relevant:
* **Inklusion:** Das Hauptziel ist, allen Menschen die uneingeschränkte Teilnahme am digitalen Leben zu ermöglichen.
* **Gesetzliche Anforderungen:** Viele Länder haben Gesetze, die auf den WCAG basieren. Seit 2025 ist digitale Barrierefreiheit in der EU für die meisten Websites und Online-Shops gesetzlich vorgeschrieben.
* **Bessere UX für alle:** Barrierefreie Massnahmen – wie klare Fehlermeldungen, logischer Aufbau und gute Kontraste – verbessern die Nutzung für **alle** User, nicht nur für Menschen mit Einschränkungen.
===== WCAG – Der internationale Standard =====
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Die **Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)** werden vom World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt und gelten als internationaler Standard für digitale Barrierefreiheit. Sie bieten Entwickler:innen klare, prüfbare Kriterien dafür, wie eine zugängliche Website aussehen muss.
==== POUR – Die vier Grundprinzipien ====
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Die WCAG sind um vier Grundprinzipien aufgebaut, die unter dem Kürzel **POUR** zusammengefasst werden:
=== 1. Wahrnehmbarkeit (Perceivable) ===
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Inhalte müssen für Augen, Ohren oder Screenreader erkennbar sein.
* Bilder brauchen aussagekräftige ''alt''-Attribute
* Videos benötigen Untertitel oder Transkripte
* Texte müssen ausreichend Kontrast zum Hintergrund haben (Mindest-Verhältnis: **4,5:1** für Fliesstext)
=== 2. Bedienbarkeit (Operable) ===
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Die Website muss ohne Maus – also nur mit Tastatur oder Sprachsteuerung – vollständig nutzbar sein.
* Focus-Styles beibehalten (nie ''outline: none'' setzen)
* Keine blinkenden Inhalte, die Anfälle auslösen könnten
* In unserem Projekt: ''aria-expanded'' beim Accordion und ''aria-checked'' beim Switch machen Zustände für Screenreader lesbar
=== 3. Verständlichkeit (Understandable) ===
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Sprache und Aufbau müssen logisch und vorhersehbar sein.
* Fehlermeldungen in Formularen müssen präzise erklären, was falsch ist (statt kryptischer Codes)
* Die Sprache des Dokuments muss im '''' deklariert sein: ''''
* Interaktionen sollen sich erwartungsgemäss verhalten
=== 4. Robustheit (Robust) ===
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Inhalte müssen auf verschiedenen Geräten und mit Hilfstechnologien (Screenreader, Braille-Ausgabegeräte) zuverlässig funktionieren.
* Semantisches HTML verwenden statt ''%%
%%'' für alles
* Schriftgrössen in ''rem'' definieren, damit Browser-Zoom korrekt skaliert
* ARIA-Attribute korrekt und sparsam einsetzen
===== Screenreader =====
Ein **Screenreader** ist ein Hilfsprogramm, das den Bildschirminhalt vorliest. Der Browser baut parallel zum DOM-Baum einen **Accessibility Tree** auf – eine vereinfachte Darstellung der Seite mit Rollen, Zuständen und Namen aller Elemente. Der Screenreader liest diesen Tree aus. Unter Mac gibt es in den System-Einstellungen zur "Accessibility" (Bedienungshilfen) die Möglichkeit VoiceOver zu aktivieren. Unter Windows heisst es Sprachausgabe.
===== Semantisches HTML als Grundlage =====
Die wichtigste Grundregel der Accessibility:
> **Verwenden Sie das richtige HTML-Element für den richtigen Zweck.**
Browser und Screenreader kennen die eingebaute Semantik von HTML-Elementen. Ein ''