LU10a - Setup: VirtualBox & Vagrant installieren

Ziel: Du kannst die nötigen Tools (VirtualBox, Vagrant) korrekt installieren, die Hardware-Virtualisierung prüfen/aktivieren und ein erstes Vagrant-Testprojekt starten, um das Setup zu verifizieren.

Übersicht

Bevor wir mit Multi-Node Labs (LU10b) und Provisioning mit Ansible (LU10c) starten, muss dein Rechner als „Host“ bereit sein:

Was muss installiert sein?

Bestandteil Pflicht? Wozu?
VirtualBox Ja Virtualisierung (Provider) für unsere VMs
VirtualBox Extension Pack Optional Zusätze wie USB/weitere Features (nicht zwingend für Basics)
Vagrant Ja VMs als Code (Vagrantfile), Multi-VM-Labs, Lifecycle-Commands
Git Optional Projekte/Unterlagen klonen, Versionsverwaltung
Editor (VS Code o.ä.) Optional Vagrantfile/Playbooks bearbeiten

Wichtig: Für LU10b verwenden wir (empfohlen) ansible_local. Dann muss Ansible nicht auf deinem Host installiert sein, sondern wird in der VM genutzt.

Schritt 0: Hardware-Virtualisierung prüfen (sehr häufige Fehlerquelle)

Windows (10/11)

macOS

Linux

egrep -c '(vmx|svm)' /proc/cpuinfo

Wenn Virtualisierung im BIOS/UEFI aus ist, funktionieren VMs oft gar nicht oder extrem langsam. Das ist der #1-Showstopper.

Schritt 1: VirtualBox installieren

Download (offiziell)

Windows

1) Installer ausführen  
2) Standard-Optionen ok  
3) Nach der Installation VirtualBox starten → es soll ohne Fehlermeldung öffnen

macOS

Linux

Schritt 2 (optional): VirtualBox Extension Pack

Das Extension Pack kann nützlich sein, ist für unseren Standard-Workflow aber meist nicht nötig.

Für Unterricht/Labs gilt: Installiere das Extension Pack nur, wenn du es wirklich brauchst (z.B. USB-Passthrough).

Schritt 3: Vagrant installieren

Installation (offiziell)

Verifikation

vagrant --version

Wenn du eine Versionsausgabe bekommst, ist Vagrant korrekt installiert.

Wenn `vagrant` „nicht gefunden“ wird: Terminal neu starten oder ab-/anmelden. Unter Windows ist das der häufigste Stolperstein.

Schritt 4: Testprojekt erstellen (Smoke Test)

Wir erstellen ein Minimalprojekt und starten eine VM.

1) Projektordner anlegen

mkdir vagrant-test
cd vagrant-test

2) Vagrantfile initialisieren

Variante A (Standard-Box, wenn verfügbar):

vagrant init ubuntu/jammy64

3) VM starten

vagrant up

4) Einloggen

vagrant ssh

5) In der VM prüfen

uname -a
ip a
ls -la /vagrant

6) Beenden

exit
vagrant halt

Erwartung:

  • `vagrant up` lädt beim ersten Mal eine Box (kann dauern)
  • `vagrant ssh` funktioniert
  • `/vagrant` enthält deinen Projektordner

Schritt 5: Häufige Fehler & Fixes

Problem: „VT-x/AMD-V not available“ oder VM startet nicht

Ursache: Virtualisierung im BIOS/UEFI aus (oder Hypervisor-Konflikt). Fix:

Problem (Windows): Hyper-V / WSL / Windows Hypervisor blockiert VirtualBox

Symptome:

Fix-Ideen (je nach Schulgerät/Policy):

In Schulumgebungen kann das durch Policies eingeschränkt sein. Wenn du keine Adminrechte hast: früh melden, damit wir eine Lösung finden (Alternativ-Setup / Schulgeräte / Remote-VM).

Problem: „Port already in use“

Ursache: Port-Forwarding kollidiert mit einem Dienst auf deinem Host. Fix:

Problem: Download/Box-Fehler

Fix:

vagrant box remove ubuntu/jammy64
vagrant up

Apple Silicon Hinweis (M1/M2/M3/…)

Auf Apple Silicon ist Virtualisierung grundsätzlich möglich – aber:

Wenn du auf Apple Silicon Probleme hast, melde dich früh: Dann entscheiden wir gemeinsam, ob du

  • mit kompatiblen ARM-Boxen arbeitest,
  • oder einen alternativen Provider/Remote-Setup nutzt.

Abgabe/Checkliste (Selbstkontrolle)

Check OK?
Virtualisierung aktiv (Windows Task-Manager / Linux vmx/svm)
VirtualBox startet ohne Fehler
`vagrant –version` funktioniert
`vagrant up` im Testprojekt klappt
`vagrant ssh` klappt
`/vagrant` ist in der VM vorhanden

Kevin Maurizi