LU12a - DoS/DDoS Grundlagen

Lernziele

  1. Erklären können was eine DoS- bzw. DDoS-Attacke ist und welches grundlegende Ziel diese Attacke hat.
  2. Ursachen nennen können, warum DoS/DDoS auch in der Gegenwart ernstgenommen werden muss.

Einleitung

Die Denial-of-Service-Attacke (DoS) gehört zu den ältesten und zugleich wirkungsvollsten Angriffsarten im Internet. Im Gegensatz zu einer SQL-Injection wird dabei nicht versucht, an Daten zu gelangen, sondern einen Dienst schlicht unerreichbar zu machen.

Denial of Service bedeutet wörtlich Dienstverweigerung. Ziel einer DoS-Attacke ist es also, einen Server, einen Dienst oder ein ganzes Netzwerk mit so vielen Anfragen oder gezielt schädlichen Paketen zu überlasten, dass er für legitime Benutzer nicht mehr verfügbar ist.

Wird ein solcher Angriff nicht von einem einzelnen Rechner, sondern verteilt von tausenden gekaperten Geräten – einem sogenannten Botnet – gleichzeitig ausgeführt, spricht man von einer Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS). Diese verteilte Form ist deutlich schwerer abzuwehren, da der Datenverkehr von unzähligen echten IP-Adressen stammt.

 DoS VS DDoS

Bekannte Attacken

Die nachfolgenden Beispiele zeigen, dass selbst grösste und professionell betriebene Infrastrukturen anfällig für DDoS-Attacken sind.

Die eben aufgeführten Beispiele sind nur einige aus einer langen Liste. Man kann also daraus folgern, dass die DoS/DDoS-Bedrohung auch in der Gegenwart ernstgenommen werden muss.

Ursachensuche für DoS/DDoS-Verwundbarkeit

Obwohl das Grundprinzip dieser Angriffe seit Jahrzehnten bekannt ist, muss man sich fragen warum unsere heutigen Systeme nicht per Default gegen diese Attacken geschützt sind bzw. diese verunmöglichen. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Gründe.

Offenheit des Internets

Das Internet wurde auf Erreichbarkeit und nicht auf Abschottung ausgelegt. Ein öffentlich erreichbarer Dienst muss Anfragen von jedem beliebigen Absender entgegennehmen können. Genau diese grundlegende Offenheit macht es so schwierig, bösartige von legitimen Anfragen zuverlässig zu unterscheiden.

Awareness

Der Mensch ist in seinem Wesen notwendigkeitsorientiert. Solange ein Dienst reibungslos läuft, wird die Gefahr eines Angriffs oft unterschätzt («das trifft nur die Grossen»). Schutzmassnahmen werden dadurch häufig erst nach einem ersten Vorfall ernsthaft in Betracht gezogen – sehr bitter, aber wahr.

Risiken

Im Gegensatz zu einer einzelnen Sicherheitslücke lässt sich ein DoS-Angriff nicht einfach «wegprogrammieren». Aggressive Schutzmassnahmen wie strenge Filter oder Rate-Limits bergen das Risiko, auch legitime Benutzer auszusperren (sogenannte False Positives).

Je nachdem wie vital (lebenswichtig) die Verfügbarkeit der Applikation für das eigene Business ist, muss zwischen maximalem Schutz und ungehindertem Zugang für echte Kunden abgewogen werden.

Kosten

Wirksamer DDoS-Schutz verteuert den Betrieb. Massnahmen wie Cloud-basierte Scrubbing-Dienste oder das Vorhalten von überschüssiger Bandbreite kosten laufend Geld. Bei knappen Budgets wird darauf teilweise verzichtet, solange kein unmittelbarer Schaden sichtbar ist. Eine nachträgliche Absicherung während eines laufenden Angriffs wird jedoch meist deutlich teurer.

Varianten

Das nachfolgende Schaubild zeigt die verschiedenen Varianten/Hauptarten von DoS/DDoS-Angriffen.

Man unterscheidet dabei mehrere Ansätze:

Quellennachweis


Volkan Demir


Volkan Demir