Formulieren Sie Schritt-für-Schritt-Anforderungen so um, dass sie den gewünschten Endzustand beschreiben – und in der Gegenrichtung deklarative Anforderungen in eine konkrete Handlungsabfolge.
Anforderungen werden im Betrieb oft als Handlungsanleitung formuliert: „Zuerst öffnest du …, dann prüfst du …, dann schreibst du …„. Das ist imperativ. Wer so schreibt, legt die Lösung bereits fest – und verbaut sich möglicherweise die bessere.
Eine deklarative Anforderung beschreibt stattdessen das Ergebnis: Woran erkennt man, dass die Aufgabe erledigt ist? Sie lässt offen, wie das System dorthin gelangt.
Faustregel
Deklarative Anforderungen enthalten keine Verben wie „durchlaufen“, „öffnen„, „zwischenspeichern“, „hochzählen„. Sie enthalten Sätze der Form: „… enthält genau …“, „… ist sortiert nach …„, „… gilt für alle …“.
Formulieren Sie jede der folgenden Anforderungen in ein bis zwei Sätzen als Beschreibung des Endzustands. Nennen Sie ausserdem, welche Wörter der Vorlage typisch imperativ waren.
kunden.csv. Lies sie Zeile für Zeile ein. Prüfe bei jeder Zeile, ob die Postleitzahl mit einer 8 beginnt. Wenn ja, hänge die Zeile an eine neue Datei zuerich.csv an. Schliesse am Schluss beide Dateien.„verarbeitet. Andernfalls verschiebe sie nach fehler und schreibe einen Eintrag ins Logfile.„Hier ist die Anforderung bereits deklarativ formuliert. Beschreiben Sie in nummerierten Schritten, was ein Programm konkret tun muss, um diesen Endzustand herzustellen.
| Imperativ (Vorlage) | Deklarativ (Umformulierung) |
|---|---|
| „Gehe alle Artikel durch, addiere Menge mal Preis auf eine Summenvariable und gib sie am Schluss aus.“ | „Der ausgewiesene Lagerwert entspricht der Summe aus Menge mal Preis über alle Artikel.„ |
Typisch imperative Wörter in der Vorlage: „gehe durch“, „addiere auf„, „am Schluss“ – sie beschreiben die Reihenfolge der Arbeitsschritte, nicht das Ergebnis.