LU02a – Normalverteilung

Ziel: Du kannst erklären, was eine Normalverteilung ist, ihre Eigenschaften benennen und reale Beispiele dafür nennen.


Kurztheorie (Merksätze)


1) Wie können Daten verteilt sein?

Daten lassen sich auf ganz verschiedene Arten verteilt sein:

Vergleich: linksschief, normalverteilt, rechtsschief

Typ Beschreibung Beispiel
Linksschief Schweif zeigt nach links, Häufungen rechts Sterbealter in entwickelten Ländern
Normalverteilt Symmetrische Glocke, Häufung in der Mitte Körpergrösse, Testergebnisse
Rechtsschief Schweif zeigt nach rechts, Häufungen links Einkommen, Wartezeiten

In der Praxis begegnet uns die Normalverteilung sehr häufig – entweder weil Daten tatsächlich so verteilt sind, oder weil sie als Modell für Berechnungen dient.


2) Eigenschaften der Normalverteilung

Eigenschaften der Normalverteilung

Die Normalverteilung hat drei wichtige Eigenschaften:

2.1 Mittelwert = Median = Modus

Bei einer perfekten Normalverteilung fallen alle drei zentralen Lagemasse zusammen:

Dies passiert genau dann, wenn die Verteilung perfekt symmetrisch ist.

2.2 Symmetrie

Die Glockenform ist links-rechts-symmetrisch um den Mittelwert μ. Das bedeutet:

2.3 Asymptotisch gegen null

Die Kurve nähert sich der x-Achse immer mehr an, erreicht sie aber nie (asymptotisch). Theoretisch können Werte beliebig weit vom Mittelwert entfernt sein – aber ihre Wahrscheinlichkeit wird extrem klein.


3) Beispiele aus der Praxis

Viele reale Phänomene folgen näherungsweise einer Normalverteilung:

Phänomen Mittelwert (typisch) Bemerkung
Körpergrösse (Frauen CH) ≈ 165 cm Grosse wie kleine Frauen seltener
IQ-Werte 100 σ = 15 per Definition
Blutdruck (diastolisch) ≈ 80 mmHg Natürliche biologische Streuung
Produktionsmasse (Industrie) Sollmass Maschinen schwanken leicht
Testergebnisse Klassenmittel Bei gut konstruierten Tests
Wichtig: Die meisten realen Daten sind nur näherungsweise normalverteilt. Das Modell ist trotzdem sehr nützlich, weil sich damit Wahrscheinlichkeiten berechnen lassen.

Verständnisfragen

  1. Nenne drei reale Phänomene, die näherungsweise normalverteilt sind.
  2. Was passiert mit der Glockenform, wenn der Mittelwert μ grösser wird?
  3. Warum sind Mittelwert, Median und Modus bei einer Normalverteilung gleich?
  4. Ist ein Datensatz mit einer kleinen Erhebung (z.B. 10 Messungen) schon normalverteilt? Begründe.

Bearbeitet nach mathsisfun.com