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LU04a – Von der Idee zur Datenbank

  • Ich kann die vier Entwurfsphasen einer Datenbank benennen und in eigenen Worten erklären.
  • Ich kann erklären, warum man eine Datenbank plant, bevor man Tabellen erstellt.
  • Ich kann ein konzeptuelles von einem logischen Datenmodell unterscheiden.

Plan eines Hauses
Eine Datenbank zu entwerfen ist wie ein Haus zu bauen – ohne durchdachten Bauplan geht es nicht.

Stellen Sie sich vor, Sie sollen ein Haus bauen. Bevor die Handwerker loslegen, passiert einiges:

  • Zuerst sprechen wir mit der Bauherrschaft: Was soll das Haus können? Wie viele Zimmer? Eine Garage? Welches Budget?
  • Danach zeichnet die Architektin einen Bauplan: Räume, Türen, Fenster, Leitungen.
  • Erst zum Schluss legen die Handwerker:innen fest, welche Materialien wo eingesetzt werden.

Genauso funktioniert der Entwurf einer Datenbank. Würden wir die Tabellen direkt in MySQL anlegen, ohne vorher zu planen, bekämen wir schnell Probleme:

  • doppelte oder widersprüchliche Daten,
  • fehlende Schlüssel – Daten lassen sich nicht eindeutig verknüpfen,
  • unklare Strukturen – niemand versteht die Datenbank ausser der Person, die sie gebaut hat.

Die Entwurfsphasen einer Datenbank

Phase Was passiert? Womit wird es dargestellt?
Reale Welt Wir schauen uns an, was es in der Wirklichkeit gibt: Kundinnen, Bestellungen, Filme, Klassen. Beschreibung in Worten (Business Case)
Konzeptuelles Modell Wir halten fest, welche Objekte es gibt, welche Eigenschaften sie haben und wie sie zusammenhängen – noch ohne Technik. ER-Diagramm in Chen-Notation
Logisches Datenmodell Wir entscheiden uns für das relationale Modell: Aus Objekten werden Tabellen, Schlüssel werden festgelegt. ER-Diagramm in Crow's-Foot-Notation
Physisches Datenbankschema Wir legen uns auf ein konkretes DBMS fest (bei uns MySQL) und erzeugen die Struktur wirklich. SQL-Befehle (CREATE TABLE …)

Am Ende steht das fertige Datenbanksystem: Die Datenbank wird mit Daten befüllt und über Abfragen genutzt.

Wo stehen wir gerade?
In dieser Lerneinheit (LU04) beschäftigen wir uns mit den beiden mittleren Phasen: dem konzeptuellen Modell und dem logischen Datenmodell.
Das physische Schema – also das tatsächliche Anlegen von Tabellen mit SQL – folgt in LU05.

Der Unterschied zwischen den beiden mittleren Phasen:

Konzeptuelles Modell Logisches Datenmodell
Frage Welche Objekte gibt es und wie hängen sie zusammen? Wie sieht das als Tabellen aus?
Detailgrad grobe Eigenschaften Spalten, Schlüssel, Kardinalitäten
Zielgruppe Gespräch mit Auftraggeber:innen Vorbereitung der technischen Umsetzung
Notation Chen Crow's Foot

Beispiel: Für eine Filmdatenbank halten wir konzeptuell fest, dass es Filme und Regisseur:innen gibt und dass eine Regisseurin Filme dreht. Logisch wird daraus: eine Tabelle film mit einem Verweis auf die Tabelle regisseur.

Konzeptuelles Modell in Chen-Notation Konzeptuelles Modell: Was gibt es, und wie hängt es zusammen?

Logisches Modell in Crow's-Foot-Notation Logisches Datenmodell: Dieselbe Aussage, aber schon als Tabellen mit Schlüsseln.


Guido Koch

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  • Zuletzt geändert: 2026/09/06 16:32
  • von gkoch