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LU04c – Die Crow's-Foot-Notation
Lernziele
- Ich kann erklären, worin sich die Crow's-Foot- von der Chen-Notation unterscheidet.
- Ich kann die Symbole für 1:1, 1:n und n:m in der Crow's-Foot-Notation lesen und zeichnen.
- Ich kann in einem Crow's-Foot-Diagramm Primär- und Fremdschlüssel benennen.
Woher der Name kommt
„Crow's Foot„ bedeutet Krähenfuss. Der Name kommt vom Symbol für many (viele), das wie ein kleiner Krähenfuss aussieht:
Wozu eine zweite Notation?
In LU04b haben wir Beziehungen und Kardinalitäten in der Chen-Notation dargestellt. Diese ist gut geeignet, um mit Auftraggeber:innen zu sprechen – sie bleibt aber fachlich und abstrakt.
Die Crow's-Foot-Notation zeigt dieselbe Information technischer: Sie stellt Entitäten bereits als Tabellen dar. Damit ist sie die passende Darstellung für das logische Datenmodell und die letzte Station vor der Umsetzung in SQL.
| Chen-Notation | Crow's-Foot-Notation | |
|---|---|---|
| Entität | Rechteck | Tabelle mit Spaltenliste |
| Attribut | eigenes Oval | Zeile innerhalb der Tabelle |
| Beziehung | Raute mit Beschriftung | Linie mit Symbolen an den Enden |
| Schlüssel | unterstrichenes Attribut | mit PK / FK markiert |
| Eignet sich für | konzeptuelles Modell | logisches Datenmodell |
Die Kardinalitäten selbst (1:1, 1:n, n:m) sind in beiden Notationen dieselben – nur die Zeichen unterscheiden sich. Was die Kardinalitäten bedeuten, steht in der vorherigen Seite (LU04b).
Die Symbole
1:1 – One-to-One
Darstellung: Linie mit kurzem Querstrich auf beiden Seiten.
Ein Auto kann gleichzeitig nur eine Person fahren, und eine Person fährt gleichzeitig nur ein Auto.
1:n – One-to-Many
Darstellung: Querstrich („eins“) auf der einen Seite, Krähenfuss („viele„) auf der anderen.
Eine Regisseurin kann mehrere Filme drehen. Ein Film wird in der Regel von einer Regie gedreht.
n:m – Many-to-Many
Darstellung: Krähenfuss auf beiden Seiten.
Ein:e Schauspieler:in kann in mehreren Filmen spielen. Ein Film kann mehrere Schauspieler:innen haben.
Die folgende Übersicht zeigt alle möglichen Symbolkombinationen:
Beispiel: Online-Buchshop
Wir haben die Entitäten Kunde, Bestellung und Produkt:
- Ein Kunde kann viele Bestellungen aufgeben → 1:n
- Eine Bestellung kann mehrere Produkte enthalten, und ein Produkt kann in vielen Bestellungen vorkommen → n:m
In der Zeichnung erkennen Sie das an den Linienenden: Zwischen Kunde und Bestellung steht ein Querstrich auf der Kundenseite und ein Krähenfuss auf der Bestellungsseite. Zwischen Bestellung und Produkt stehen Krähenfüsse auf beiden Seiten.
Schlüssel im logischen Modell
Im Crow's-Foot-Diagramm werden die Schlüssel direkt eingetragen:
- Regisseur (RegisseurID PK, Name)
- Film (FilmID PK, Titel, Jahr, RegisseurID FK)
- Beziehung: 1 Regisseur ↔ n Filme
Damit die Daten korrekt und widerspruchsfrei bleiben, gelten drei Regeln:
| Regel | Bedeutung |
|---|---|
| Entitätsintegrität | Jede Tabelle braucht einen Primärschlüssel, und dieser darf nie leer (NULL) sein. |
| Referentielle Integrität | Ein Fremdschlüssel muss auf einen Primärschlüssel verweisen, den es tatsächlich gibt. |
| Domänenintegrität | Die Werte müssen zum vorgesehenen Datentyp passen – in einer Zahlenspalte steht kein Text. |
Wie geht es weiter? In LU05 setzen wir ein solches logisches Modell in eine echte Datenbank um: Wir wählen passende Datentypen und legen die Tabellen mit SQL-Befehlen (CREATE TABLE …) an.



