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 +====== LU03b: Wozu validieren? ======
  
 +Im Scoping haben Sie sich auf eine Persona festgelegt, basierend auf Annahmen. Bevor Sie damit weiterarbeiten, müssen Sie überprüfen, ob diese Annahmen wirklich zur realen Zielgruppe passen. Das nennt man validieren.
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 +Eine Persona ist erst dann valide, wenn sie nicht mehr nur auf Annahmen beruht, sondern auf echten, strukturiert erhobenen Nutzerdaten.
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 +==== 1. Interviews als Werkzeug ====
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 +Interviews sind eine der wichtigsten Methoden der qualitativen UX-Forschung. Sie erfassen direkt aus erster Hand, wie Nutzer:innen denken, was sie erwarten und wie sie ein Produkt erleben.
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 +Im UX-Prozess fragen Sie dabei gezielt nach:
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 +  * Aufgaben
 +  * Bedürfnissen
 +  * Problemen
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 +Genauso wichtig ist der Kontext, in dem die Persona sich bewegt (Stichwort CUT-Analyse vom zweiten Kurstag):
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 +  * In welcher Situation nutzt sie die Anwendung?
 +  * In welchem Umfeld?
 +  * Welche Geräte, Programme und digitalen Kompetenzen bringt sie mit?
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 +Aus diesen Antworten entsteht ein ganzheitliches Bild Ihrer Nutzer:innen, die Basis für fundierte Anforderungen und eine nutzerzentrierte Gestaltung.
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 +==== 2. So führen Sie ein gutes Interview ====
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 +Damit Ihre Ergebnisse vergleichbar und aussagekräftig sind, beachten Sie fünf Punkte:
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 +  * Offen und narrativ fragen. Zum Beispiel "Können Sie Ihre letzte Erfahrung mit X beschreiben?" statt einer Ja/Nein-Frage. Nur so erhalten Sie echte Einblicke statt oberflächlicher Antworten.
 +  * Keine Suggestivfragen. Fragen wie "Sie fanden die Funktion also eher schlecht?" legen der Person schon eine Antwort in den Mund. Das verfälscht Ihre Ergebnisse.
 +  * Neutral fragen, keine Synthese verlangen. Zum Beispiel "Wie haben Sie die Funktion erlebt?" Die befragte Person soll beschreiben, nicht selbst schon Schlüsse ziehen müssen.
 +  * Nicht nach Lösungen fragen. Lösungen zu entwickeln ist Aufgabe Ihres Teams, nicht der Nutzer:innen. Sonst wecken Sie Erwartungen, die Sie später nicht erfüllen können.
 +  * Folgefragen sinnvoll aufbauen. Starten Sie allgemein, gehen Sie danach auf spezifische Punkte ein.
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 +==== 3. Interviewdaten auswerten ====
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 +Nach dem Interview werten Sie die Antworten systematisch aus. Meist gehen Sie so vor:
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 +  - Interview transkribieren (verschriftlichen)
 +  - Aussagen thematisch markieren und in Kategorien einordnen
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 +Beispiel: In Interviews zu einer Mobilitäts-App äussern mehrere Personen den Wunsch nach einer besseren Haltestellenanzeige. Solche Aussagen fassen Sie unter einem gemeinsamen Thema zusammen, zum Beispiel "Informationsbedürfnis unterwegs". So entsteht eine belastbare Grundlage für Ihre Designentscheidungen.
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 +[[https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/|{{https://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/4.0/88x31.png}}]] (c) Gaby Jenni