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03 Persona validieren
Im Scoping-Prozess haben Sie sich auf eine Persona festgelegt, die mit der Anwendung interagiert. Wie weit diese Annahmen der Tatsache entsprechen, muss für den weiteren Verlauf des Projektes zwingend validiert (überprüft) werden.
Um Personas zu erstellen, finden sich im Web diverse Hilfsmittel, so z.B. Canva oder Figma.
Für den UX-Prozess fokussieren wir klar auf Fragen rund um die Anwendung, die zu erarbeiten ist. Darum sind Themen wie
- Aufgaben
- Bedürfnisse
- Probleme
- Nutzungskontext (in welcher Situation wird das Gerät genutzt?)
im Kontext der Anwendung von hohem Interesse. Daneben soll auch klar sein, in welchem Umfeld sich die Persona bewegt, welche Fähigkeiten sie hat bzw. nutzt im Umfeld von Computer, Smartphone usw.
Um an all diese Informationen zu gelangen, sind Interviews mit potenziellen Nutzerinnen eine probates Werkzeug.
Interviews im Kontext von UX
Interviews gehören zu den zentralen Methoden der qualitativen UX-Forschung. Sie ermöglichen es, subjektive Sichtweisen, Erwartungen und Nutzungserfahrungen direkt aus erster Hand zu erfassen. Gerade in frühen Projektphasen – etwa bei der Anforderungserhebung oder Konzeptentwicklung – liefern Interviews wertvolle Erkenntnisse, die mit rein quantitativen Methoden kaum zugänglich wären.
Interview durchführen
Ein Interview muss gut vorbereitet sein, damit vergleichbare Ergebnisse gesammelt werden können. Die Qualität eines Interviews hängt wesentlich von den Fragen ab. Besonders bewährt haben sich:
- Offene Fragen: „Was war Ihr erster Eindruck, als Sie das Interface gesehen haben?“
- Narrative Fragen: „Können Sie beschreiben, wie Sie die letzte Buchung vorgenommen haben?“
Die Fragen müssen zielgerichtet sein und vorteilhafte folgende Merkmale beachten:
- Offene Fragen stellen, keine Ja-/Nein-Fragen.
Kann eine Frage nur mit ja oder nein beantwortet werden, ergeben sich keine neuen Aspekte im Umgang mit der Anwendung, da sie nur oberflächliche Antworten provozieren. Es enstehen wo möglich blinde Flecken. - Keine Suggestivfragen stellen („Sie fanden die Funktion also eher schlecht?“), weil sie die befragte Person in eine bestimmte Richtung lenken. Dadurch entstehen verzerrte Ergebnisse, die nicht mehr die tatsächliche Meinung oder Erfahrung der Nutzer:innen widerspiegeln. Fragen sollten möglichst neutral formuliert werden („Wie haben Sie die Funktion erlebt?“).
- Fragen sollen keine Synthese verlangen.
Die befragte Person soll keine Schlussfolgerungen ziehen müssen, um eine Frage zu beantworten. - Nicht nach Fachbregriffen fragen.
Die Frage nach z.B. „Benutzerfreundlichkeit“ kann von der befragten Person kaum oder nicht beantwortet werden, weil sie nicht zwingend das nötige know how hat, eine Beurteilung zu machen. - Nicht nach Lösungen fragen.
Das Erarbeiten von Lösungen ist Sache der Entwicklungsteams und nicht der Anwender. Es könnten so Erwartungshaltungen geweckt werden, die sich nicht umsetzen lassen. - Folgefragen gut einplanen.
Fragen sollen top-down auf einanderabgestimmt sein. Zuerst werden generelle Aspekte gefragt, um dann auf spezifische Punkte einzugehen.
Hilfreiche Tipps zu qualitativen Interviews finden Sie hier: https://www.softwareevaluation.de/de/methoden/interviews-im-ux-kontext/
