LU01a - Grundlagen Datenbanken

  • Ich kann in eigenen Worten erklären, was eine Datenbank ist.
  • Ich kann anhand einer selbsterstellten, einfachen Skizze erläutern, wie ein Datenbank-System aufgebaut ist.
  • Ich kann mindestens drei Vorteile für den Einsatz einer Datenbank aufzählen.

Was ist eine Datenbank?

tobias-fischer-pkbzaheg2ng-unsplash_converted_medium.jpg Die Stadtbibliothek Stuttgart ist wie eine Datenbank: Sie sammelt, kategorisiert und macht grosse Mengen an Wissen zugänglich. Foto: Tobias Fischer, Unsplash (Link)

Eine Datenbank ist ein System, das grosse Mengen an Daten speichert und verwaltet.

Sie sorgt dafür, dass Daten …

  • dauerhaft erhalten bleiben – auch wenn der Computer ausgeschaltet wird
  • widerspruchsfrei sind – eine Information ist nur an einer Stelle gespeichert und kann darum nicht in zwei Versionen existieren
  • schnell auffindbar sind – auch bei Millionen von Einträgen
  • geschützt sind – vor Verlust und vor unberechtigtem Zugriff

Eine Datenbank speichert aber nicht nur die Daten selbst, sondern auch, wie sie zusammenhängen: In einem Onlineshop weiss die Datenbank zum Beispiel, welche Bestellung zu welcher Kundin gehört und welche Produkte in dieser Bestellung enthalten sind.

Auf dieselbe Datenbank können mehrere Personen und mehrere Programme gleichzeitig zugreifen. Dabei bekommt jede Anfrage genau die Daten, die gerade gebraucht werden – nicht den ganzen Datenbestand. Die Website des Shops zeigt der Kundin ihre eigenen Bestellungen, während die Buchhaltung aus derselben Datenbank die Umsätze des letzten Monats abruft.

Die Daten liegen dabei in Tabellen – ähnlich wie in Excel, aber mit festen Regeln, welche Werte in welcher Spalte erlaubt sind. Diese Tabellenform ist bei SQL-Datenbanken der Standard, und genau damit arbeiten wir in diesem Modul.

Daten "auf die Bank legen"
Daten ist die Pluralform von Datum, lateinisch für das Geschriebene, das Gegebene, Wert, Tatsache, Information. 1)
Eine Datenbank ist nun eine Bank für Daten, also im übertragenen Sinne ein sicherer Aufbewahrungsort für (wertvolle) Informationen. 2)

Der Begriff Datenbank wird oft nicht nur für die eigentliche Datensammlung, sondern auch für das gesamte DBMS3) verwendet. Aus Sicht eines Programmierers ist eine Datenbank ein Programm, das Anfragen verarbeitet und so einen Dienst bereitstellt. Den genauen Aufbau schauen wir uns auf der nächsten Seite an.


Schauen Sie sich dieses Einführungsvideo zum Thema an (bis 4:10) 4)
(Hinweis: Das Video wurde auf englisch aufgenommen aber mittels AI in deutsch Synchronisiert, darum passen die Lippenbewegungen nicht überein…)

Warum Datenbanken?

Warum ist es wichtig, einige Grundlagen über Datenbanken zu erlernen und zu verstehen?

Heutzutage sammeln viele Unternehmen Informationen über Konsumentinnen und Konsumenten sowie deren Verhalten – und werten diese gezielt aus. Datenbanken bilden dabei den Dreh- und Angelpunkt unternehmerischer Prozesse, weil sie alle wichtigen Informationen strukturiert speichern.

Für grosse Unternehmen wie Google oder Meta (Facebook, Instagram) sind Daten so wertvoll, dass sie im Gegenzug qualitativ hochwertige Dienste (z.B. Gemini, Google-Suche, Gmail, Google Maps, YouTube etc.) kostenlos anbieten können.

Wo begegnen mir Datenbanken im Alltag?

Wahrscheinlich kommen Sie täglich mehrmals – oft unbewusst – mit einer (relationalen) Datenbank in Kontakt. Ein gutes Beispiel ist das Content-Management-System (CMS) WordPress, das auf über 43 % aller Websites im Internet eingesetzt wird. Das bedeutet: Nahezu jede zweite Website, die Sie besuchen, ruft Inhalte wie Texte, Bilder oder Metainformationen (z.B. Autor oder Veröffentlichungsdatum) aus einer Datenbank ab.

Im Fall von WordPress handelt es sich meistens um das Datenbankmanagementsystem MySQL – dasselbe System, das wir in diesem Kurs lokal installieren und mit dem wir später auch eigene Daten erfassen und bearbeiten werden.

 MySQL Logo Logo des Datenbankmanagement-Systems MySQL, welches wir im Kurs benutzen und WordPress für die Speicherung von Texten, Bildern und weiteren Daten benutzt.

Weitere alltägliche Beispiele für Datenbanken sind:

  • Kundendatenbanken (z.B. bei Onlineshops)
  • Lagerverwaltungssysteme
  • Benutzerkonten-Verwaltung (z.B. für Apps oder Webplattformen)
  • Digitale Lexika wie Wikipedia
  • Pokédex (eine fiktive Datenbank aller bekannten Pokémon)

1) , 2)
Heuer, A. et al. (2020). *Datenbanken – Kompaktkurs*. 1. Aufl., S. 28
3)
Ein DBMS – Datenbankmanagementsystem – ist eine Software, die Daten speichert, organisiert und Anfragen dazu beantwortet.
4)
Tutorial zum Entwerfen von Datenbanken mit Lucidchart: Lucid Software Deutsch
  • de/modul/m290_guko/learningunits/lu01/theorie/a_db_basics.txt
  • Zuletzt geändert: 2026/08/16 19:27
  • von gkoch