LU03a - Relationale Datenbanken

  • Ich kann die Begriffe Relation, Tupel, Attribut und Attributwert erklären und einer Tabelle zuordnen.
  • Ich kann erklären, wozu ein Primärschlüssel und ein Fremdschlüssel dienen.
  • Ich kann an einem Beispiel zeigen, wie zwei Tabellen miteinander verknüpft sind.
  • Ich kann drei bekannte relationale Datenbankmanagementsysteme nennen.

In LU01 haben Sie gesehen, wozu Datenbanken eingesetzt werden. Jetzt schauen wir uns an, wie die Daten darin organisiert sind – und wie mehrere Tabellen zusammenhängen.

Das relationale Modell wurde 1970 von Edgar F. Codd beschrieben. Seither hat es sich zum Standard für strukturierte Daten entwickelt und ist heute die am weitesten verbreitete Form von Datenbanksystemen. Auch die Datenbank, die Sie in LU02 installiert haben, ist eine relationale Datenbank.

Relationale Datenbanken speichern Informationen in Tabellen. Die folgende Grafik führt die wichtigsten Begriffe Schritt für Schritt ein:

Zwei verknüpfte Tabellen: Kunden und Bestellungen mit Primär- und Fremdschlüssel

Begriff Englisch Bedeutung
Relation relation, table Eine Tabelle mit Daten einer bestimmten Art, z.B. alle Kunden
Tupel tuple, row Eine Zeile – ein vollständiger Datensatz, z.B. ein Kunde
Attribut attribute, column Eine Spalte – eine Eigenschaft, z.B. die E-Mail-Adresse
Attributwert attribute value Der Inhalt einer einzelnen Zelle, z.B. h.m@muster.com

Warum „relational„? Der Begriff Relation stammt aus der Mathematik. Der Name „relational“ kommt daher, dass Tabellen miteinander in Beziehung gesetzt werden können – genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Tabellen werden über Schlüssel miteinander verbunden:

  • Der Primärschlüssel (primary key) identifiziert jede Zeile einer Tabelle eindeutig. In der Tabelle Kunden ist das die Spalte ID.
  • Der Fremdschlüssel (foreign key) verweist auf den Primärschlüssel einer anderen Tabelle. In der Tabelle Bestellungen ist das die Spalte customer_id.

Am Beispiel: Die Bestellung „toothbrush„ hat die customer_id 1. In der Kundentabelle hat Hanna die ID 1 – die Bestellung gehört also zu Hanna.

Schauen Sie sich Miriam an (ID 3): Sie taucht in der Bestellungstabelle dreimal auf. Ein Kunde kann also mehrere Bestellungen haben – eine Bestellung gehört aber immer zu genau einem Kunden. Solche Beziehungen behandeln wir in der nächsten Lerneinheit genauer.

  • MySQL – nutzen wir in diesem Modul
  • MariaDB – eine Abspaltung (Fork) von MySQL, funktioniert sehr ähnlich
  • PostgreSQL
  • SQLite

Alle vier sind frei nutzbare Open-Source-Systeme. MySQL und MariaDB sind besonders weit verbreitet: Unter anderem läuft WordPress darauf, und damit ein grosser Teil aller Websites.

Diese Systeme heissen RDBMS (Relational Database Management System). Wie sich relationale Datenbanken von anderen Ansätzen unterscheiden, sehen Sie auf der nächsten Seite.

  • de/modul/m290_guko/learningunits/lu03/theorie/a_relational_dbs.txt
  • Zuletzt geändert: 2026/08/30 22:59
  • von gkoch