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LU02a – Normalverteilung

Ziel: Du kannst erklären, was eine Normalverteilung ist, ihre Eigenschaften benennen und reale Beispiele dafür nennen.


  • Viele reale Datensätze häufen sich um einen zentralen Wert – die Normalverteilung beschreibt genau diese Form.
  • Die Kurve sieht aus wie eine Glocke → wird auch „Glockenkurve„ genannt.
  • Mittelwert = Median = Modus – alle drei Lagemasse fallen auf denselben Punkt.
  • Die Kurve ist symmetrisch: 50 % der Werte liegen links, 50 % rechts vom Mittelwert.
  • Reale Daten sind selten perfekt normalverteilt – die Normalverteilung ist ein nützliches Modell.

Daten lassen sich auf ganz verschiedene Arten verteilt sein:

Vergleich: linksschief, normalverteilt, rechtsschief

Typ Beschreibung Beispiel
Linksschief Schweif zeigt nach links, Häufungen rechts Sterbealter in entwickelten Ländern
Normalverteilt Symmetrische Glocke, Häufung in der Mitte Körpergrösse, Testergebnisse
Rechtsschief Schweif zeigt nach rechts, Häufungen links Einkommen, Wartezeiten

In der Praxis begegnet uns die Normalverteilung sehr häufig – entweder weil Daten tatsächlich so verteilt sind, oder weil sie als Modell für Berechnungen dient.


Eigenschaften der Normalverteilung

Die Normalverteilung hat drei wichtige Eigenschaften:

Bei einer perfekten Normalverteilung fallen alle drei zentralen Lagemasse zusammen:

  • Mittelwert (μ): arithmetischer Durchschnitt aller Werte
  • Median: der mittlere Wert (50. Perzentil)
  • Modus: der am häufigsten vorkommende Wert

Dies passiert genau dann, wenn die Verteilung perfekt symmetrisch ist.

Die Glockenform ist links-rechts-symmetrisch um den Mittelwert μ. Das bedeutet:

  • Genau 50 % der Werte liegen unterhalb des Mittelwerts.
  • Genau 50 % der Werte liegen oberhalb des Mittelwerts.

Die Kurve nähert sich der x-Achse immer mehr an, erreicht sie aber nie (asymptotisch). Theoretisch können Werte beliebig weit vom Mittelwert entfernt sein – aber ihre Wahrscheinlichkeit wird extrem klein.


Viele reale Phänomene folgen näherungsweise einer Normalverteilung:

Phänomen Mittelwert (typisch) Bemerkung
Körpergrösse (Frauen CH) ≈ 165 cm Grosse wie kleine Frauen seltener
IQ-Werte 100 σ = 15 per Definition
Blutdruck (diastolisch) ≈ 80 mmHg Natürliche biologische Streuung
Produktionsmasse (Industrie) Sollmass Maschinen schwanken leicht
Testergebnisse Klassenmittel Bei gut konstruierten Tests
Wichtig: Die meisten realen Daten sind nur näherungsweise normalverteilt. Das Modell ist trotzdem sehr nützlich, weil sich damit Wahrscheinlichkeiten berechnen lassen.

  1. Nenne drei reale Phänomene, die näherungsweise normalverteilt sind.
  2. Was passiert mit der Glockenform, wenn der Mittelwert μ grösser wird?
  3. Warum sind Mittelwert, Median und Modus bei einer Normalverteilung gleich?
  4. Ist ein Datensatz mit einer kleinen Erhebung (z.B. 10 Messungen) schon normalverteilt? Begründe.

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  • Zuletzt geändert: 2026/04/13 09:02
  • von kmaurizi